Noch heute findet sich in Europa eine Auffassung von Afrika, die sich in G. W. F. Hegels Worten spiegelt: "Wir verlassen hiermit Afrika [...] Denn es ist kein geschichtlicher Weltteil."
Obwohl Heinrich Barth bereits 1853 in Timbuktu, "der ältesten Universität der Welt", die sogenannten Sankoré-Schriften studierte, war in Europa wenig über dieses afrikanische Erbe bekannt. Die im Mittelalter gegründete Universität in Timbuktu war eines der wichtigsten Zentren islamischer Gelehrter und kann heute Tausende Schriften vorweisen, die sich mit Fragen aus allen Bereichen der Wissenschaft und Religion befassen.
Einige der Originalmanuskripte aus Timbuktu stellt die Friedrich- Ebert-Stiftung Berlin zusammen mit der Botschaft Malis in Deutschland aus. Die Eröffnung der Ausstellung möchten wir nutzen, um über die Bedeutung der Schriften für Mali in der heutigen Zeit zu diskutieren und zugleich einen Blick darauf zu werfen, warum sich in Europa auch heute noch das Bild des geschichtslosen Kontinents Afrika hält.
Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellungseröffnung
am 20.
September 2010 um 18:00 Uhr
in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.
Unter der Moderation von Prof. Dr. Achim von Oppen (Professor für die Geschichte Afrikas an der Universität Bayreuth) werden zur Thematik sprechen:
Dr. Mohamed Diagayeté, Kurator am Institut des Hautes Etudes et de Recherches Islamiques - Ahmed Baba, TimbuktuProf. Dr. Klaus Schneider, Präsident der Heinrich-Barth-Gesellschaft und Direktor am Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln
Das Gespräch wird Deutsch-Französisch simultan übersetzt. Im Anschluss daran wird die Ausstellung mit einem kleinen Empfang eröffnet. Die Ausstellung wurde freundlicherweise gefördert durch das Auswärtige Amt und die Heinrich-Barth-Gesellschaft.
Weitere Informationen finden Sie in der Einladung Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Afrika stand im Fokus der gesamten Weltöffentlichkeit: Südafrika hatte zur Fußball-Weltmeisterschaft eingeladen. Was in dem Zusammenhang oft gehört wird, sind weit verbreitete Vorurteile über Afrika und die Afrikaner, die mit den Sportlern zu tun haben: die "affenartige Geschmeidigkeit"; die durch das Leben im Busch quasi naturgegebene "Schnelligkeit einer Gazelle"; der angeborene Rhythmus im Blut, durch den die Gegner "ausgetanzt" werden...
Zusammen mit Frau Prof. Marianne Bechhaus-Geerst vom Institut für Afrikanistik an der Universität zu Köln hat unser Mitglied Dr. Clara Himmelheber als Referentin für Afrika am RAUTENSTRAUCH-JOEST-MUSEUM - KULTUREN DER WELT für die Dauerausstellung im neuen Museum sich des Themas "Vorurteile, Klischees, Stereotype ..." am Beispiel Afrikas angenommen und daraus eine eigene thematische Abteilung entwickelt. Damit hoffen wir, unseren Besuchern einen gänzlich neuen Diskurs anzubieten, wie es ihn noch in keinem anderen ethnologischen Museum gibt. Er wird, dessen sind wir sicher, das Bild dieses so vielfältigen Kontinents ein wenig positiv verändern - wenn das Museum denn im Herbst eröffnet hat.
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sommer mit einer spannenden Fußball-WM in Südafrika.
Mit finanzieller Unterstüzung der Heinrich-Barth-Gesellschaft wurde eine CD mit Musik der Dogon produziert. Der Hörende erlebt zwischen Gesängen, Trommelmusik, Lauten- und Flötenklängen eine ganze Welt fremder Klänge.
Die CD kann bezogen werden über das Präsidium der HBG;
Preis: 20 €, zzgl. Versandkosten.
Der plötzliche Tod von Jürgen und Daphne Schmidt durch den Terroranschlag am 26. November 2008 in Bombay hat uns so tief getroffen, dass er uns für lange Zeit stumm gemacht hat. Mit dem in diesen Tagen erschienenen Heinrich-Barth-Kurier 1-09 wollen wir versuchen noch einmal Abschied zu nehmen.
Rudolph Kuper erinnert sich in einem persönlichen Nachruf.
Viele Freunde von Jürgen Schmidt widmen ihm in diesem Kurier "in memoriam" nochmals einen Beitrag: Tilman Lenssen-Erz berichtet über die aktuelle universitäre Entwicklung der Afrika-Studien in Köln, Friederike Jesse schreibt exklusiv - erstmals über die sensationellen Ergebnisse ihrer letzten Forschungskampagne im Wadi Howar im Sudan.
Der Kunst und Kultur Afrikas und der archäologischen Erforschung der Geschichte dieses Kontinents galt Jürgen Schmidts Neugier – gespeist von seiner und Daphnes Leidenschaft für die Unendlichkeit der Wüste.
Die Mitgliederversammlung stand nun doch unter einem guten Stern. Ein neues Präsidium wurde gewählt: Helmuth Pfaffhausen übernahm als Nachfolger von Jürgen Schmidt die Aufgabe des Schatzmeisters. Als Vorsitzender des Präsidiums wurde Prof. Dr. Klaus Schneider gewählt; die Stellvertretung übernahm Dr. Rudolph Kuper.
Die Musikethnologin Edda Brandes hat ein Projekt zur Förderung von Feldforschungen zur traditionellen Musik der Dogon (Mali) bei der HBG eingereicht, das einstimmig befürwortet wurde. Gegenstand des Projektes ist u.a. die Produktion von CD´s mit Hintergrundinformationen aus ihrer umfangreichen Dokumentation in Form eines beigelegten Booklets.
Das Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu wird durch die HBG unterstützt bei der Anschaffung einer sicheren Vitrine für Literatur und zahlreiche Manuskripte. Anfang des Jahres war zudem eine Gedenktafel an einen Bruder des verstorbenen früheren Besitzers Alphadi Haidara übergeben worden.
Die Arbeiten am Heinrich-Barth-Haus in Agadez ruhen aufgrund der neuerlichen unsicheren politischen Lage im Niger. Von den schweren Unwettern ist das Haus nicht betroffen worden, wie wir durch unser Mitglied Dr. Christine Harth von CARE Deutschland/Luxemburg erfuhren, die weiterhin Kontakt nach Agadez hat. Die Jutta Vogel Stiftung hat die Förderung des Projektes wegen mangelndem Fortschritt vorläufig eingestellt.
Um verschiedene Themen intensiver bearbeiten und betreuen zu können, haben sich mehrere Mitglieder zur Mitwirkung in Arbeitskreisen bereit erklärt. Erste Treffen sind für Ende September geplant.
Die Mitgliederversammlung der HBG 2009 wird am Freitag, 23. Oktober um 17.00 Uhr in der Forschungsstelle Afrika in der Jennerstr. 8 stattfinden.
Ein Anruf der Deutschen Botschaft in Bamao brachte nach fast einem dreiviertel Jahr der vergeblichen Kontaktsuche zum Heinrich-Barth-Haus in Timbuktu die Gewissheit, dass es mit dem Haus und seiner Ausstellung zu Barth auch nach dem Tod des Besitzers Alphadi Haidari vernünftig weitergehen wird: Auf Anregung der HBG-Mitglieder Henner und Barbara Papendieck besuchte der deutsche Botschafter Dr. Schwarzer Ende März das Heinrich-Barth-Haus und sagte Unterstützung bei der Renovierung der beiden Barth-Räume zu. Die HBG wurde um einen finanziellen Beitrag gebeten, der gerne zugesagt wurde, da für dieses Projekt seit einem Jahr Gelder reserviert waren.
Das von HBG und der Jutta-Vogel-Stiftung geförderte Projekt zur Rettung und zur Ausstattung des Heinrich-Barth-Hauses in Agadez im Niger hat im frühen Sommer 2007 mit ersten kleinen Baumaßnahmen beginnen können. Mit Hilfe der in Agadez und dem angrenzenden Air-Gebirge tätigen Nichtregierungsorganisationen "HED-Tamat" war es vorher gelungen, dem Besitzer des Heinrich-Barth-Hauses, Moulti Igdas, der ein Enkel von Barths Führer bei dessen Besuch in Agadez 1954 war, vom Sinn dieser Maßnahme zu überzeugen und zur Kooperation zu bewegen. Aktiv dazu beigetragen haben unsere Mitglieder Christine Harth (CARE Deutschland-Luxemburg), Jutta Vogel, Köln, (Jutta-Vogel-Stiftung) und Julia Winckler (Projekt "Retracing Heinrich Barth" in Brighton, Großbrittanien), die bei mehreren Aufenthalten in Agadez stets auch einen Besuch bei dem hochbetagten Herrn Igdas machten und für dieses Projekt warben.
Die Arbeiten am Heinrich-Barth-Haus sind zwischenzeitlich wieder aufgenommen worden.
Einen sehr informativen und lesenswerten Artikel zu Heinrich Barth hat Peter Kremer verfasst und in dem Online-Lexikon Wikipedia veröffentlicht; illustriert mit Bildern und abgerundet mit weiterführender Literatur können Sie auf diesem Weg Heinrich Barth kennenlernen.
Julia Winckler, Mitglied unserer Gesellschaft, hat in Zusammenarbeit mit der Universität Brighton eine faszinierende Multimediapräsentation zu Heinrich Barth veröffentlicht: Das Projekt "Retracing Heinrich Barth" folgt Heinrich Barth bei seinem Besuch in West-Afrika und zeigt die Geheimnisse rund um seinen Aufenthalt in Film und Video, in Form einer interaktiven Website, begleitet von einer Fotoausstellung. Es zeigt anthropologische und historische Forschungsergebnisse sowie persönliche Reiseaufzeichnungen Heinrich Barths.
Mitglieder der Heinrich-Barth-Gesellschaft haben weiterhin die Möglichkeit, am Ende jeder Seite eigenes Bildmaterial zu veröffentlichen. Ihre persönlichen Reiseeindrücke können hier einen Platz finden. Sie können uns Ihre Fotos, idealerweise in digitalisierter Form, via eMail zusenden; die Dateigröße sollte allerdings etwa 200 kb nicht überschreiten.
Wir freuen uns auf Ihre Augen-Blicke.
Fotos: Jürgen Schmidt